Hintergrundinformationen zu Tansania
Tansania liegt an der Ostküste Afrikas. Die angrenzenden Länder im Norden sind Kenia und Uganda. Im Westen grenzt Tansania an Ruanda, Burundi und die Demokratische Republik Kongo. An der Grenze im Süden befinden sich die Länder Sambia, Malawi und Mosambik.
Tansania hat eine Größe von 945.000 qkm (mehr als 11mal so groß wie Österreich) und ca. 44 Millionen Einwohner. Die Hauptstadt ist Dodoma, Regierungssitz und größte Stadt ist Daressalam.
Im Nordosten befindet sich der höchste Berg Afrikas, der Kilimanjaro (5.896 m) und die Serengeti, der weltweit bekannte Nationalpark.
Die in Tansania gefundenen Spuren und Überreste unserer frühesten Vorfahren (sie gehören zu den ältesten der Welt!) lassen vermuten, dass das Land die „Wiege der Menschheit“ war.

Tansanias geschriebene Geschichte ist vom Einfluss fremder Kulturen geprägt. Schon im 8. Jahrhundert n. Chr. gab es an der Küste einen intensiven Handel arabischer und persischer Seefahrer. Das Mittelalter war die Blütezeit der Swahilikultur in Ostafrika, die danach von der Dominanz der Portugiesen geprägt wurde, bis diese wiederum von den Arabern verdrängt wurden.
Im 19. Jahrhundert kamen sowohl britische als auch deutsche Siedler ins Land. Im Jahr 1961 wurde Tansania von Großbritannien unabhängig und entwickelte sich zu einem Einparteienstaat. Der charismatische Julius Nyerere wurde zum ersten Präsidenten gewählt und gilt bis heute als respektvoll verehrte Persönlichkeit in Tansania.
Die Amtszeit vom derzeitigen und dritten Präsident Jakaya Mrisho Kikwete, der die letzten Wahlen im Oktober 2010 mit ca. 70 % der Stimmen für sich entscheiden konnte, endet verfassungsmäßig spätestens nach zwei Legislaturperioden im Jahre 2015.
Die Vielfalt der Kulturen in Tansania wird auch in den verschiedenen Sprachen deutlich. Als Amtssprache hat sich die Bantu-Sprache Kisuaheli verbreitet. Zahlreiche Dialekte haben sich aufgrund der unterschiedlichen Stämme entwickelt. Englisch wird als eine wichtige Bildungs- und Verkehrssprache angesehen und kann daher als „zweite“ Amtssprache im weiteren Sinne angesehen werden.
Der Norden und das Küstengebiet sowie die ehemaligen Karawanenstraßen sind größtenteils bis stark islamisch geprägt. Zwischen 30 und 40 % der Bevölkerung sind Muslime (auf Sansibar mindestens 98 %). Im Binnenland von Tansania hat sich das Christentum sehr verbreitet und ebenfalls zwischen 30 und 40 % sind christlich, die meisten davon katholisch.
Der gesellschaftliche Alltag wird weitgehend vom Kampf ums Überleben bestimmt, in einer Wirtschaft, die zu den ärmsten der Welt gehört. Etwa 36% der Bevölkerung lebt (vor allem im ländlichen Bereich) unter der Armutsgrenze von 1 US$ pro Tag.
Viele Tansanier müssen sich Tag für Tag mühen, um über die Runden zu kommen.
An einem Ende der sozialen Leiter ernähren sich die Menschen von ugali (ein Brei aus Mais oder Maniok oder beidem) mit Soße, Frauen und Kinder bearbeiten ein kleines shamba (Feld), und die Schulgebühren - ab ungefähr 150.000 TSH (~80 Euro) pro Jahr in der höheren Schule - sind für viele Eltern eine Belastung.
Den Hauptpfeiler der Tansanischen Wirtschaft bildet die Landwirtschaft, in der sowohl Nahrungsmittel für den Eigenbedarf als auch Exportprodukte wie Baumwolle, Kaffee, Tee, Sisal, Tabak und Cashewnüsse angebaut werden. Der Tourismus und im geringen Umfang geförderte Produkte aus dem Bergbau (Diamanten, Gold und Edelsteine) bilden weitere wichtige wirtschaftlichen Einnahmequellen für den Staat.



